Im Detail

Gottfried Wilhelm von Leibniz


Der deutsche Mathematiker und Philosoph Gottfried Wilhelm von Leibnizwurde am 1. Juli 1646 geboren und starb am 14. November 1716. Er war ein universelles Genie und ein Begründer der modernen Wissenschaft. Er nahm die Entwicklung der symbolischen Logik vorweg und erfand unabhängig von Isaac Newton den Kalkül mit höherer Notation, einschließlich der Symbole für Integration und Differenzierung. Leibniz befürwortete auch die christliche Ökumene in der Religion, kodifizierte römische Gesetze und Naturgesetze in der Rechtsprechung, schlug das metaphysische Gesetz des Optimismus (satirisiert von Voltaire in Candide) vor, dass unser Universum die "beste aller möglichen Welten" sei, und übermittelte das chinesische Denken Europa Für seine Arbeit gilt er als Vorläufer des deutschen Idealismus und Pionier der Aufklärung.

Leibniz war der Sohn eines Professors für Moralphilosophie in Leipzig. Als junger Mann lernte Leibniz im Alter von 12 Jahren selbst Latein und etwas Griechisch und konnte dann die Bücher in der Bibliothek seines Vaters lesen. Von 1661 bis 1666 war er an der Universität Leipzig. Als er 1666 die Zulassung zu seinem Doktoratsstudium verweigerte, promovierte er 1667 in Rechtswissenschaften an der Universität Altdorf. In der Tradition von Cicero und Francis Bacon entschied sich Leibniz für das aktive Leben als Höfling.

Er lehnte eine Lehrtätigkeit in Altdorf ab, weil er "ganz andere Dinge in Sicht hatte". Nachdem er 1667 als Sekretär der Rosenkreuzer-Gesellschaft in Nürnberg tätig war, zog er nach Frankfurt, um an der Rechtsreform zu arbeiten. Von 1668 bis 1673 diente er dem Mainzer Erzbischof. Sie wurden 1672 nach Paris geschickt, um Ludwig XIV. Vom Angriff auf deutsche Gebiete abzuhalten. Leibniz schlug eine Kampagne gegen Ägypten vor und auch einen Kanal für den Suez-Isthmus. Obwohl seine Vorschläge unbemerkt blieben, blieb Leibniz bis 1676 in Paris, wo er Jura praktizierte, das kartesische Denken bei Nicolas Malebranche und Antoine Arnauld untersuchte und Mathematik und Physik bei Christian Huygens studierte.

Von 1676 bis zu seinem Tod diente Leibniz der Familie Braunschweig in Hannover als Bibliothekar, Richter und Minister. Nach 1686 war er vorwiegend Historiker und bereitete eine hannoversche Genealogie vor, die sich auf die kritische Prüfung von Primärquellen stützt. Auf der Suche nach Quellen reiste er von 1687 bis 1690 nach Österreich und Italien. Aufgrund seines lutherischen Hintergrunds lehnte er die Wachposition der Vatikanischen Bibliothek ab, die seine Bekehrung zum Katholizismus erforderte.

In seinen späteren Jahren versuchte Leibniz, einen institutionellen Rahmen für die Wissenschaften in Mitteleuropa und Russland zu schaffen. Auf sein Drängen wurde 1700 die Brandenburgische Gesellschaft (Berliner Akademie der Wissenschaften) gegründet. Er traf Peter den Großen mehrmals, um Bildungsreformen in Russland vorzuschlagen, und schlug die spätere Petersburger Akademie der Wissenschaften vor. .

Leibniz war zwar schüchtern und buchstäblich, kannte aber keinen umstrittenen Meister. Nach 1700 widersetzte er sich John Lockes Theorie, dass der Verstand a ist tabula rasa (leere Tablette) bei der Geburt und dass wir nur durch Urteil lernen. Er protestierte nachdrücklich gegen die Anklage der Royal Society (1712-13) wegen Plagiats gegen ihn wegen der Erfindung des Kalküls. In seiner abschließenden Debatte mit Samuel Clarke, der die Newtonsche Wissenschaft vertrat, argumentierte Leibniz, dass Raum, Zeit und Bewegung relativ sind.

Die wichtigsten Werke von Leibniz sind: Theodicee Essais (1710), in dem ein Großteil seiner allgemeinen Philosophie zu finden ist, und die Monadologie (1714). Sein Werk wurde systematisiert und im 18. Jahrhundert vom deutschen Philosophen Christian Wolff modifiziert.

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